Nahe der Spitze des Monte Quarin gelegen ist die Kirche Beata Vergine del Soccorso
(im Volksmund als Sant’Anna bekannt) eines der Wahrzeichen von Cormòns. Sie beherrscht nicht
nur die darunter liegende Stadt, sondern ist von der gesamten Ebene bis zur Lagune von Grado hin sichtbar.
Sie wurde 1636 vom Baron Luca Del Mestri, dem Pfarrherrn von Cormòns und Erzdiakon
von Gorizia errichtet, welcher der zu jener Zeit zahlreichen baeuerlichen Bevoelkerung des Berges einen
Kult- und Andachtsort bieten wollte. Diese Kirche wurde an Stelle der vorhergehenden, dem Hl. Petrus
geweihten errichtet, die gemeinsam mit der Burg 1525 abgerissen worden war.
Die harmonische Fassade der Kirche zeigt sich im spaeten Renaissance-Stil. Die heutige Ansicht ist
im Vergleich zu damals wesentlich modifiziert: der Kirche war ein groszer Bogengang vorgelagert, der
diese mit einem Dominikanerkloster verbinden sollte. Dieses Projekt wurde nie verwirklicht, da es die Nachkommen
des Gruenders verhinderten. Der Bogengang blieb bis 1889 als er in Folge eines Erdrutsches
abgetragen wurde.
Das Kircheninnere ist einfach. Schoen ausgefuehrt ist der geschnitzte Hauptaltar, der
auf die erste Haelfte des 17. Jh. zurueckgeht. In seiner kunstreichen Formenvielfalt entspricht er dem
damals herrschenden deutsch-italienischen barocken Geschmack. Seitlich befinden sich die Holzstatuen
des Hl. Petrus und der Hl. Anna mit der kindlichen Madonna. Der linke, vergoldete Holzaltar ist der Verkuendigung
gewidmet. Der Chor und der Orgelkasten stammen wahrscheinlich aus spaeterer Schule und sind bescheiden
aber von ausgewogenem Geschmack. Die Kirche wurde oft ausgeraubt, von den napoleonischen Truppen, die
jeden Wertgegenstand und das gesamte Votivgold raubten bis juengst, als Bildtafeln gestohlen
wurden, Statuen und Truhen. Die verbliebenen Werte wurden andernorts in Sicherheit gebracht.
Die Kirche ist mit einer auf Holz gemalten Madonna mit dem Kind ausgestattet, vermutlich
das Werk des Alessandro Buonvicino, genannt Moretto di Brescia, einem Maler aus der Schule Tizians.
Im Inneren der Kirche sind zwei Steintafeln. Die erste ist links in den Bogen des Presbyteriums eingelassen und
erinnert an den 1657 verstorbenen Baron Luca Del Mestri, die zweite ist rechterhand des selben Bogens eingemauert
und dem letzten Spross der Familie Del Mestri gewidmet, dem Baron Giovanni, gestorben 1875.
Im Zentrum der Kirche befindet sich die Grabplatte, welche die Krypta schlieszt, in der der Gruender und weitere
42 Mitglieder der Familie del Mestri bestattet sind. Die Hl. Messe wird am Festtag der Hl. Anna und am
Ostermontag gelesen.